Abschied für immer


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Trauer kann man nicht sehen, nicht hören, kann sie nur fühlen.

Sie ist ein Nebel, ohne Umrisse.

Man möchte diesen Nebel packen und fortschieben,

aber die Hand greift ins Leere.

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Loslassen

 

Das was ich liebe, halte ich fest;

ich will nicht, daß es mich verlässt.

 

Dabei kann Loslassen allein

oft viel mehr Liebe als Festhalten sein.

 

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Der Tod ordnet die Welt neu.

Scheinbar hat sich nichts verändert

und doch ist die Welt für uns anders geworden.

Antoine de Saint-Exupéry

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Immer, wenn wir von dir erzählen,

fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen,

Tränen rollen über unsere Wangen

und unsere Herzen halten dich gefangen,

so, als wärst du nie gegangen.

 

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Der Tod hat keine Bedeutung

– ich bin nur nach nebenan gegangen.

 

Ich bleibe, wer ich bin,

und auch ihr bleibt dieselben zusammen.

Was wir einander bedeuten, bleibt bestehen.

 

Nennt mich bei meinem vertrauten Namen;

sprecht in der gewohnten Weise von mir

und ändert Euren Tonfall nicht.

 

Hüllt Euch nicht in Mäntel aus Schweigen und Kummer –

lacht wie immer über kleine Scherze, die wir teilten.

Wenn Ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue

und ohne jegliche Traurigkeit.

 

Leben bedeutet immer nur Leben,

es bleibt so bestehen – immer – ohne Unterbrechung.

 

Ihr seht mich nicht, aber in Gedanken bin ich bei Euch

– irgendwo, ganz in der Nähe, nur ein paar Straßen weiter.

 

Henry Scott Holland (1847-1918)

 

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Denkt an mich,

denkt an mich zärtlich,

wie in einem Traum.

 

Erinnert Euch, denn keine Macht trennt uns,

außer Zeit und Raum.

 

An dem Tag,

wann er auch kommen mag,

und Ihr Abschied nehmt von mir,

lasst das Gestern weiter leben,

schließt es ein in mir.

 

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Wenn einer eine Blume liebt,

die es nur ein einziges Mal gibt

auf allen Millionen und Millionen Sternen,

dann genügt es ihm völlig,

dass er zu ihnen hinaufschaut,

um glücklich zu sein.

Meine Blume ist da oben – irgendwo …

 

Antoine de Saint-Exupèry

 

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Was heißt Sterben?

 

Ich stehe an einem Ufer. Eine Brigg segelt in der Morgenbrise und steuert auf das offene Meer. Sie ist ein herrlicher Anblick, und ich stehe da und sehe ihr nach, bis sie zuletzt am Horizont verschwindet und jemand neben mir sagt: „Jetzt ist sie nicht mehr da.“ Nicht da! Wo dann? Nicht „da“ für meine Augen, das ist alles …

 

Die Ferne und das Nicht-da-Sein sind auf meiner, nicht auf ihrer Seite; und gerade in dem Moment, da hier, neben mir, einer sagt: „Jetzt ist sie nicht mehr da“, da gibt es andere, die sie kommen sehen, und andere Stimmen rufen freudig aus: „Da, da ist sie.“ 

Und das heißt Sterben.

 

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Die Schwachen kämpfen nicht.

Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde.

Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre.

Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang.

Diese sind unentbehrlich.

 

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Es gibt nichts, was die Abwesenheit

eines geliebten Menschen ersetzen kann.

 

Je schöner und voller die Erinnerung,

desto härter die Trennung.

 

Aber Dankbarkeit schenkt

in der Trauer eine stille Freude.

 

Man trägt das vergangene Schöne

wie ein kostbares Geschenk in sich.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Auch beim Lachen kann das Herz trauern.

Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen.

Manchmal ist Lachen leichter als Weinen.

 

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Trauer ist wie Ebbe und Flut.

Mal ganz nah und mal ganz fern.

 

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Erinnerungen sind kleine Sterne,

die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.

 

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Es gibt nichts, was die Abwesenheit

eines geliebten Menschen ersetzen kann.

 

Je schöner und voller die Erinnerung,

desto härter die Trennung.

 

Aber Dankbarkeit schenkt

in der Trauer eine stille Freude.

 

Man trägt das vergangene Schöne

wie ein kostbares Geschenk in sich.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Traurigkeit 

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines,
dies eine Blatt, man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses Blatt allein
war ein Teil von unserem Leben,
drum wird dies eine Blatt allein

uns immer wieder fehlen.

 

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Nach einem Jahr

 

Es heißt, die Zeit heilt alle Wunden

und lindert jeden Schmerz.

Doch wer kennt schon die vielen Stunden,

in denen fast zerbricht das Herz.

Die Trauer und der Schmerz werden nicht weniger,

sondern tiefer.

Nur die Tränen erstarren irgendwann.

Tief in unserem Herzen weinen wir jeden Tag um Dich.

 

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Muß ich als Erster von uns beiden sterben,

lass Deinen Himmel nicht zu lange dunkel färben.

 

Nicht schüchtern, aber maßvoll sollst Du um mich trauern,

Kein Abschied, nur Veränderung ist zu bedauern.

 

Denn wie der Tod dem Leben angehört,

bleiben die Toten in den Lebenden lebendig.

 

Was auf der Reise wir an Schätzen sammeln konnten,

Rätsel erforscht, Augenblicke geteilt,

Schicht auf Schicht gehorteter Zärtlichkeit,

worüber wir weinten und sangen und lachten,

Schnee in der Sonne und Frühlingserwachen,

die wortlose Sprache von Blick und Berührung.

 

Das Wissen,

jedes Nehmen, jedes Geben,

ist keine Blume, die bald verwelkt,

auch kein Baum, der splittert und fällt,

und es ist nicht aus Stein,

denn selbst ein Fels kann Wind und Regen nicht widerstehen,

mit der Zeit muß auch der höchste Gipfel zu Sand verwehen.

 

Was wir waren, sind wir,

was wir hatten, bleibt uns.

Geteiltes Gestern ewig gegenwärtig.

 

Wenn also durch Wald Du wanderst,

den früher wir zu zweit durchstreift,

am Licht betupften Ufer vergeblich Du meinen Schatten suchst,

wenn Du, der Gwohnheit folgend, tastest nach meiner Hand,

wenn Dich, weil Du nichts findest, dann Trauer überkommt:

 

Sei still,

schließe Deine Augen,

atme,

lausche meinem Schritt in Deinem Herzen:

 

Ich bin nicht fort,

ich gehe weiter in Dir.

 

 

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Dich leiden sehen …

 

So vieles gäb’ es noch zu sagen

Und noch viel mehr gäb’ es zu fragen.

 

Hast Du gespürt, dass wir bei Dir gewesen sind?

So hilflos warst Du wie ein Kind.

 

Könntest Du uns doch verstehen,

wir uns noch einmal in die Augen sehen.

 

Das war ein großer Wunsch von uns an Dich,

doch leider konntest Du es nicht.

 

Wir sahen Dein Leiden – tagsaus, tagein,

wir konnten nicht helfen, nur bei Dir sein.

 

Erst waren wir voller Hoffnung und das war gut,

dann kam die Verzweiflung, es verließ uns der Mut.

 

Wir wünschen Dir Frieden, dort wo Du jetzt bist,

und dass auch Du uns niemals vergisst.

 

In unseren Herzen, da wirst Du sein,

bei Tag und Nacht, tagaus und tagein.

Ich vermisse Dich

Ich stehe hier an deinem Grab,
und denke an die schönen Zeiten,
die es mit Dir gab.
In denen wir so glücklich waren.


Ich wünschte,
ich könnte Dich noch einmal sehen,
dein Lachen , deine Art.
Du wirst mir sehr fehlen.
Wie gern wäre ich jetzt bei Dir,
wie gern hätte ich Dich hier bei mir!


Unzählige Worte hätte ich noch sagen wollen,
doch es hat einfach nicht sein sollen.
Jetzt bist Du nicht mehr da,
wie schön unsere Zeit doch war.

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Ohne Dich

Ohne dich, will ich nie wieder lachen,
ohne dich, fehlt mir ein Teil von mir,
ohne dich, will ich nur noch weinen,
ohne dich, fehlt mir der Mut zum Leben,
ohne dich, kann ich nicht weiterleben, denn
ohne dich, ist mein Leben nichts wert.

 

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Von einem Menschen, den Du geliebt hast,

wird immer etwas in Deinem Herzen zurück bleiben,

etwas von seinen Träumen,

etwas von seiner Hoffnung,

etwas von seinem Leben

und alles von seiner Liebe.

 

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Leise kam das Leid zu ihm, trat an seine Seite,

schaute still und ernst ihn an, blickte dann ins Weite.

Leise nahm es seine Hand, ist mit ihm geschritten,

ließ ihn niemals wieder los, er hat viel gelitten.

Leise ging die Wanderung über Tal und Hügel,

und uns war es, als wüchsen seiner Seele Flügel.

 

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Der Tod kann auch still kommen

zu Menschen, die alt sind,

deren Hand nicht mehr festhalten will,

deren Augen müde wurden,

deren Stimme nur noch sagt:

Es ist genug; das Leben war schön.

 

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Wenn Liebe eine Leiter wäre

und Erinnerungen die Stufen,

würden wir hinauf steigen,

um Dich zu uns zurückzuholen.

 

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Du Trost ist nicht da, da Du mein Trost gewesen.

Und Rat ist nicht da, da Du mein Rat gewesen.

Die Liebe ist nicht da,

da ich um Deinetwillen die Welt geliebt habe

 

Aus "Requiem" von Marie-Luise Kaschnitz

 

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Du kannst Tränen vergießen, weil er gegangen ist

oder Du kannst lächeln, weil er gelebt hat.

Du kannst die Augen schließen und Dir wünschen, daß er wiederkehrt

oder Du kannst die Augen öffnen und all das sehen, was er hinterlassen hat.

 

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Einen schlimmen Traum hab ich geträumt

 

und wollte schnell erwachen.

 

Doch sah ich dann, es war kein Traum,

 

nur Tränen und kein Lachen.

 

 

 

Die Zukunft scheint mir ohne Dich ganz ohne Sinn und Freude.

 

Gestern warst Du noch bei uns, gegangen bist Du heute.

 

Nun, da Du nicht mehr bei mir bist, umgibt mich grauer Nebel.

 

In meinem wunden Herz jedoch, da wirst Du weiterleben.

 

 

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Eines Morgens wachst Du nicht mehr auf,

 

die Vögel aber singen wie sie gestern sangen.

 

Nichts ändert diesen neuen Tagesablauf,

 

nur Du bist fortgegangen.

 

Nun bist Du frei und unsere Tränen wünschen Dir Glück.

 

 

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Jeder lenkt auf seine Weise seinen Kurs so gut er kann.

 

Einmal endet jede Reise, legt das Schiff im Hafen an.

 

Viel hat man sich vorgenommen, manche Fahrt noch eingeplant.

 

Einmal wird die letzte kommen, oftmals früher, als man ahnt.

 

 

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Es wird aussehen, als wäre ich tot,

 

und das wird nicht wahr sein…

 

Und wenn Du Dich getröstet hast,

 

wirst Du froh sein, mich gekannt zu haben.

 

 

 

Du wirst immer mein Freund sein,

 

du wirst Lust haben, mit mir zu lachen.

 

Und Du wirst manchmal dein Fenster öffnen,

 

gerade so zum Vergnügen…

 

 

 

Und Deine Freunde werden sehr erstaunt sein,

 

wenn sie sehen, daß Du den Himmel anblickst und lachst.

 

 

 

Antoine de Saint-Exupèry

 

 

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Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde.

 

Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre.

 

Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang.

 

Diese sind unentbehrlich.