Delmenhorst - Damals & Heute


In den letzten Jahren hat sich viel verändert in unserer Stadt - ganz gewiß nicht immer zum Vorteil. Über eine viel zu lange Zeit wurden alte Gebäude mit interessanter Architektur (z. B. Hotel zur Post, Sheddachhäuser auf der Nordwolle) einfach abgerissen. Inzwischen hat man aber entdeckt, daß auch diese Zeugen unserer Vergangenheit das lebendige Gesicht der Stadt prägen. Leider nagt an manchem - inzwischen denkmalgeschützten - Bauwerk der Zahn der Zeit und man wünschte sich vielerorts, daß mehr getan würde, um den Erhalt zu fördern.

 

Gerade Behörden und Ämter sind aus alten Häusern ausgezogen und bevorzugen modernere Gebäude, wie man hier an einigen Beispielen sehen kann. Vielfach gab und gibt es aber auch Mehrfachnutzungen.


Arbeitsamt / Agentur für Arbeit


Der bekannte Hamburger Architekt Fritz Höger, von dem auch das weltberühmte Chile-Haus in Hamburg stammt, hat die architektonisch besonders wertvolle Fassade des Delmenhorster Klinikums entworfen 1927-1928). Dieser Stil wird „Norddeutscher Dreiecksexpressionismus“ genannt. Dieser Baustil ist in unserer Stadt häufiger zu finden, u. a. das Gebäude des ehemaligen Arbeitsamtes in der Schulstraße.

 

Heute befindet sich die „Agentur für Arbeit“ in einem modernen Gebäude in der Friedrich-Ebert-Allee.


Deutsche Bundespost


1891 kaufte die Oberpostdirektion das Baugrundstück an der Louisenstraße von der Stadt Delmenhorst. Die Bauunternehmer Gloystein und Twisterling bauten das "Kaiserliche Postamt" (obere Bildreihe) und vermieteten es für 4.200 Mark jährlich an die Post. Im April 1893 konnte das Postamt, das seit 1867 im gegenüber liegenden Bahnhofsgebäude untergebracht war, seine neuen Räume beziehen.

 

Ende der 70er Jahre reichte das Postamt nicht mehr aus und verschiedene Bereiche wurden ausgelagert: Die Paket- und Päckchendienste kamen an die Richtstraße, einige Verwaltungsdienststellen in die Westerstraße 4 und in das "Central Hotel" (heute City Hotel) in die Bahnhofstraße.

 

Im Herbst 1979 begann der Neubau des heutigen Postamtes nur einige hundert Meter weiter an der Mühlenstraße/Eck Ludwig-Kaufmann-Straße. Für den Bau des neuen Postamtes mußte die alte Weyhausen'sche Windmühle am Kuhweg (siehe Bild links unten), der heutigen Mühlenstraße, weichen. Im neuen Postamt wurden alle Dienststellen wieder zusammengeführt. Siehe untere Bildreihe.

 

Die Post baut heute (2009) immer mehr Postämter und Postfilialen ab und haben wir nun die Zustand, daß in den oberen Etagen des einstmals neuen Schmuckstückes der Deutschen Bundespost ein großes Schild prangt mit dem Text "Büroräume zu vermieten". Die gute alte "gelbe Post" bekommt immer mehr private Konkurrenz und vielleicht gehört sie eines Tages auch der Vergangenheit an.

 

Quellennachweis für Bild 1, 4 und 5:

Broschüre "Marksteine der Kreisfreiheit" zum 75. Jubiläum des Delmenhorster Kreisblatt


Polizeipräsidium


Auch die Polizei hat sich verändert: Sie siedelte aus dem historischen Gebäude am hinteren Marktplatz in das alte Postamt an der Louisenstraße um. Ein weiterer Umzug erfolgt dann in die ehemalige Berufsschule an der Marktstraße. Hier ist die Polizei bis heute angesiedelt und hat in den letzten Jahren Erweiterungsbauten vorgenommen.


Fast gar nicht verändert hat sich die Sportanlage Am Stadion im Stadtteil Düsternot. Sie muß nach dem Krieg gebaut worden sein. Das Foto links zeigt Ingrid mit Ihrer Mutter bei einem Spaziergang in den Parkanlagen des Stadions 1954.


Finanzamt


Bis Ende der 80er Jahre waren die ca. 200 Mitarbeiter des Delmenhorster Finanzamtes auf 5 Gebäude innerhalb der Stadt verteilt. 1987 können Sie endlich gemeinsam in einen Neubau an der Friedrich-Ebert-Allee einziehen.